Karl-Völker-Strasse 11
9435 Heerbrugg
26. Okt. 2026, 19.30 Uhr - 21.00 Uhr
Der Wachstumszwang
Muss die Wirtschaft tatsächlich immer weiterwachsen, selbst wenn wir alle genug haben?
Mathias Binswanger
Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten
Ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts gilt als Anzeichen einer funktionierenden Wirtschaft. ?Schon ein Jahr ohne Wachstum ?führt zu grosser Nervosität in ?Politik und Wirtschaft und man ?versucht, alle Hebel in Gang zu ?setzen, um wieder auf den Wachs?tumspfad zu gelangen. Dafür ?gibt es tatsächlich einen Grund. ?Wächst die Wirtschaft, kann eine Mehrheit der Unternehmen Gewinne erzielen und sich ?erfolgreich am Markt behaupten. Bleibt das Wachstum ?jedoch über mehrere Jahre aus, dann machen immer mehr ?Unternehmen Verluste und verschwinden vom Markt. Auf ?diese Weise gerät die Wirtschaft in eine Abwärtsspirale ?mit steigenden Verlusten, sinkender Nachfrage und steigender Arbeitslosigkeit, aus der man nur mit Wachstum wieder herauskommt. Es gibt somit zwei Alternativen: ?Wachstum oder Schrumpfung.
Doch heute werden sich die Menschen in hochentwickelten ?Ländern zunehmend bewusst, dass Wirtschaftswachstum ?zwar das Versprechen auf steigenden materiellen Wohlstand eingelöst hat, aber trotzdem wesentliche Bedürfnisse unerfüllt bleiben. Die Menschen werden mit noch mehr ?materiellem Wohlstand nicht glücklicher oder zufriedener. ?Wir sehen zudem, dass Wirtschaftswachstum die Umwelt ?belastet. Aus dem Heilsversprechen des Wachstums auf ?eine bessere Zukunft wird so zunehmend ein Zwang weiterzuwachsen, auch wenn wir dies gar nicht unbedingt wollen. ?Das ist eine Herausforderung!
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Volkshochschule RheintalGabi Kuster
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