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Jahresabschluss 2025 und Budget 2026
19. Februar 2026

Liebe Einwohnerinnen, liebe Einwohner
Seit 2022 weist der Gemeinderat darauf hin, dass die Steuereinnahmen zur Erfüllung der Aufgaben der Politischen Gemeinde Au nicht mehr ausreichen. Die Kosten steigen, die Einnahmen halten nicht Schritt. 2023 hat der Gemeinderat erstmals eine Steuererhöhung um 10 Prozentpunkte beantragt. Die Bürgerschaft hat sie abgelehnt und erst an einer ausserordentlichen Versammlung einer Erhöhung um 2 Prozentpunkte zugestimmt. Im Jahr 2024 wurde die Erhöhung um 3 Prozentpunkte abgelehnt und die Grundsteuererhöhung von 0.4 auf 0.6 Promille angenommen. Im letzten Jahr wurde anstelle der beantragten 8 Prozentpunkte von der Bürgerschaft eine Steuererhöhung um 4 Prozentpunkte beschlossen.

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass wir letztes Jahr im Rahmen der Budget- und Spardebatte zu optimistisch budgetiert haben. Die Ausgaben lagen letztlich leicht höher als erwartet, die Einnahmen tiefer. Der notwendige Bezug von rund 3.715 Millionen Franken aus den freien Reserven ist deshalb höher als ursprünglich angenommen. Diese Reserven betragen, nach dem Abschluss heute noch rund 1,9 Millionen Franken. Somit wurden in den Jahren 2021 bis 2025 rund 10 Millionen Franken der Reserven aufgebraucht. Ohne Gegenmassnahmen sind die freien Reserven bereits im Jahr 2026 komplett aufgebraucht. Dann fehlt der Gemeinde der finanzielle Spielraum. Hinzu kommt, dass eine Gemeinde per Gesetz ein ausgeglichenes Budget haben oder einen allfälligen Verlust aus den verfügbaren Reserven decken können muss. Es kann also kein defizitäres Budget genehmigt werden, welches nicht durch freie Reserven gedeckt werden kann. Darum braucht es jetzt Entscheide mit sofortiger und nachhaltiger Wirkung. Es genügt nicht, Aufgaben zu verschieben und damit einen Nachholbedarf für kommende Jahre und Generationen aufzubauen. Der Gemeinderat überprüfte daher einmal mehr die schmerzliche Kürzung von wiederkehrenden Leistungen, welche gesetzlich betrachtet nicht zwingend notwendig sind, jedoch zur positiven Wahrnehmung der Dorfgemeinschaft beitragen und aus Sicht des Gemeinderats wichtig sind. Die Gemeinde kommt bei weiteren Sparmassnahmen nicht um einen zusätzlichen Leistungsabbau.

Der Gemeinderat hat verschiedene Strategien und Szenarien erarbeitet, wie wir unser Budget wieder ins Gleichgewicht bringen könnten. Die Überlegungen zeigen unterschiedliche Wege auf: mehr sparen, den Steuerfuss stärker erhöhen, Umbuchung der gebundenen Reserve und deren Bezug oder alles kombiniert. Im Geschäftsbericht zeigt der Gemeinderat mögliche Massnahmen zur Entlastung des Gemeindehaushalts. Der Gemeinderat hat alle diese Posten ausführlich behandelt und diese daraufhin aufgrund ihrer Relevanz für unsere Gemeinde allesamt im Budget 2026 belassen. Er rät entschieden von einer Streichung dieser Posten im Gemeindehaushalt ab.

Ziel ist ein Budget 2026, das von der Bevölkerung getragen wird und, wie gesetzlich vorgeschrieben, ausgeglichen werden kann.

Der Gemeinderat nimmt seine Verantwortung wahr und empfiehlt eine Steuererhöhung um sechs Prozentpunkte und keine weiteren Kürzungen. Entscheiden welcher Weg zu gehen ist, wird die Bürgerschaft. Sie bestimmt, welche Leistungen in welchem Umfang reduziert werden und um wie viele Prozentpunkte der Steuerfuss steigen darf, beziehungsweise steigen muss und/oder wie mit der restlichen Reserve umgegangen werden soll. Diese Entscheide haben direkte Auswirkung, auch auf die Attraktivität unserer Dörfer und die Entwicklung unserer Gemeinschaft. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Abwägung von Nutzen, Folgen und Verantwortung. Entscheide mit Weitsicht, auch auf die kommenden Jahre, sind gefragt.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und für Ihre Mitwirkung.

Christian Sepin, Gemeindepräsident

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